High Resolution Klang (HiRes) - Musik-Download

Lange Zeit haben es starke Marken vorgetan und abgespeckte MP3- Versionen der hochauflösenden Musik vorgezogen. Einer unverschämt großen Datenkompression und Einfachheit wegen, die das MP3-Format mit sich brachte. Gerechtfertigen ließ sich diese weitläufige Resonanz nie. Doch seit ein paar Jahren liegt auch High Resolution wieder voll im Trend. Mit ihr natürlich auch sehr klangbedachte Kopfhörer. Glücklicherweise ziehen auch die Hersteller mit.

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In-Ear Kopfhörer
©istock/arinahabich

Klangbedacht denkt man bei guter Musik sofort an HiRes-Aufnahmen. Es begann alles optimal, mit Plattenaufnahmen, welche außerordenlich hohen Wert auf gut produzierte, authentische Musikstücke legten.
Dass der Rückschritt hin zu schlechterer Klangqualität nach den impulsanten Anfängen großer (Musik-)Persönlichkeiten wie Eric Clapton vollzogen wurde, klingt paradox, ist es aber unbestreitbar. Clapton war kein Mitbegründer des Verfalls, sondern ein Verfechter guten Klanges. Dies bewies seine Musik, sie basierte auf Klangauthentizität, wurde gar flüsterleise wenn sie wollte, klangauthentisch eben, mit echten, puren Meisterstücken.

Musik sollte in ihrer reinsten Form wiedergegeben werden. Davon sind Audiophile (schon längst) überzeugt. Das Quellmaterial soll so klingen wie bei der Aufnahme, natürlich, unverzerrt, mit einer messerscharfen Präzision. Vokale und die Begleitung mit der Gitarre, jedes Zupfen, jeder Anschlag und jede noch so kleine Regung soll im Klangbild rigoros aufgedeckt werden. Das bedeutet im eigentlichen Sinne High Resolution, wenn man die technischen Charakteristika erstmal außer Acht lässt.

Was Musik heute muss, ist im Gegensatz dazu wenig. Denn gut klingen, Fehlanzeige. Der Teufel steckt im Detail. Er geht Hand in Hand mit der Einführung des MP3-Formates und seiner sporadischen Auflösung. Klangliche Höhepunkte Fehlanzeige, nicht mehr auszudenken, wie es früher war. War einmal die Musikanlage das wichtigste (Herz-)Stück, ersetzen immer kleinere Abspielgeräte die gute alte Stereoanlage, mit ihnen auch den Klang, welcher in Folge dessen immer schlechter geworden ist. iPods, Tablets & Co. sind Ersatz der heimischen Wohnzimmeranlage und Schrecken jedes High Resolution Materials geworden. Aber auch andersherum gilt es: Stimmt das Quellmaterial nicht, kann auch die teuerste Musikanlage keinen guten Klang hervorzaubern.

Kann man somit noch ein musikalisches Faible entwickeln? Nur noch teilweise, denn MP3 und dessen Auflösung behindert die Entwicklung zunehmends. Aktuelle Streaming-Angebote tragen trotz höherwertiger MP3-Formate zu diesem (Ver-)Fall noch zusätzlich bei. Das Credo heißt heutzutage Daten zu sparen, mehr als klanglich einzigartige Klangmomente erleben zu können bzw. auch zu dürfen. Doch ist es diese Datenstaucherei der Kompression auf Kosten des Klanges zuwegen wert?

"Mit MP3 wird viel getrickst, aber auch viel gemurkst"

Das Problem stellt im Allgemeinen die Auflösung dar, denn mit MP3 wird viel getrickst, aber auch gemurkst. Töne entfernt, die man theoretisch nicht mehr hören "dürfte", sie werden als "überflüssig" betrachtet, Höhen und Tiefen mit Software künstlich herausgeschnitten.
Der Frequenzbereich wird sinnbildlich gestaucht. Der Ansatz ist gut, denn es lohnt sich. Komprimiert bietet das MP3 Format fast 10-mal weniger Daten. Doch in der Praxis ist dies Humbug. Der Faktor Mensch wirkt sehr feinfühlig auf Datenverluste. Die Musik hört sich unecht an, verzerrt, die Klangqualität geht aufgrund der Datenstauchung zu einem Höchstmaß verloren.
Dass damit das Potential der Musik in den Hintergrund rückt, ist allgegenwärtig. Ein Teufelskreis. Nur noch wenige setzen auf guten Klang, statten sich mit besten HiFi-Materialien aus, und greifen auf andere Datenquellen zurück als auf das übliche MP3-Format.

CD vs. High Resolution Audio

Zwar ist Musik teuer. Doch der Umstieg lohnt. Die wohlbekannte CD ist dabei bereits eine gute Alternative von annehmbarer Qualität, auch wenn sie nicht die optimale Qualität für allerbesten Klang liefert. So speichert sie mit 16 Bit und 44,1 KHz. Gut, aber zum Vergleich: Studioaufnahmen arbeiten bereits längst mit 24 Bit gar mit 32 Bit. High Resolution genannt. Die Samplingrate gut aufgenommener Stücke kann von 48kHz, zu 96 bis hin zu 192kHz und 352kHz reichen. Im Klartext heißt dies, dass auch an der CD große Teile von Daten verloren gehen. Denn mit ihrer limitierten Abtastrate bei der die Samplingrate von 16 Bit den Ton angibt, kann das ana­lo­ge Signal pro Sekunde nicht umfassend genug abge­tas­tet werden. Möchte man aber vollständig den im Tonstudio produzierten Klang hören, muss man unweigerlich zur HiRes-Aufnahme greifen.

High-Resolution Audio

High Res Aufnahmen (HiRes) sind dabei verlustfreie Audio-Wiedergabeformate, die in den gängigen Typen FLAC, ALAC, AIFF und auch WAV abgespeichert werden. Dabei ist der Free Loss­less Audio Codec (FLAC) die beliebteste Form sein Audio-File verlustfrei und platzsparend abzuspeichern. Relativ platzsparend wohlgemerkt, denn auch mit FLAC können große Datenmengen beansprucht werden. So beträgt das Speichervolumen immerhin an die zwei Gigabyte pro Album (55Min.).

Wie man an solches Datenmaterial kommt ist nicht umfassend schwer. Spezielle Online-Shops bieten derartiges High Resolution Material bereits länderübergreifend an. Direkt über den Download kann das konkrete Album dann bezogen werden.
©HDtracks / Screenshot
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HDtracks - High-Resolution Audio

HDTracks ist nur einer von vielen aus einer mittelgroßen Menge von Anbietern, die High Resolution Audio zur Verfügung stellen.

Mit rund 15-18 Euro pro Album ist HDtracks preiswert, bietet es auch einen sogenannten Hi-Res Store an, in welchem man den Shop nach bestimmten Sampling-Raten kategorisieren kann (bis hin zu 352/24). Der Shop ist übersichtlich aufgebaut, das Angebot groß, aber überschaubar, sodass man mehr herumschmökern muss, als dass man ein bestimmtes Album findet. Da es rein rechtlich HDtracks verbietet bestimmte Lieder nach Deutschland zu verkaufen, kann das Angebot noch weiter eingeschränkt werden.

Highresaudio.de

©Highresaudio / Screenshot
Highresaudio.de ist das deutsche Pendant zu HDtracks.de und wohl die erste Anlaufstelle völlig legal Musik aus Deutschland vom HiRes-Fachhändler beziehen zu können. Breit aufgestellt, ja, aber auch hier ist nicht alles zu finden. Highresaudio ist mit 17 - 23 Euro pro Album im Durchschnitt etwas teurer. Auf ihrer Website garantiert es natives 24-Bit HighRes Quellmaterial.

Fazit: Widerstand formiert sich

HiRes gewinnt an Zulauf und wird in Zukunft immer größere Beachtung finden. Zahlreiche Online-Shops führen bereits beträchtliches High Resolution Material in ihrem Angebot, wobei nicht vergessen werden darf, dass das Klangmaterial nur so gut sein kann wie das schwächste Glied in seiner Kette. Demzufolge dürfen auch Kopfhörer, D/A-Wandler als auch Kopfhörerverstärker selbstverständlich nicht außer Acht gelassen werden.
► Ein empfohlener Kopfhörer für akustische Gesangslieder ist der: AKG K701
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