Milliardenkauf: Apple plant Übernahme von Beats by Dr. Dre

Kommende Woche soll feststehen, ob Apple den Musikkonzern Beats by Dr. Dre übernehmen wird. Mit dem Milliardenkauf würde für Apple der Einstieg in den profitablen Streamingdienst von Dr. Dre ermöglicht werden.

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Laut Medienberichten der Financial Times zufolge laufen die Vertragsverhandlungen über den anstehenden Kauf von Beats by Dr. Dre bereits auf Endtouren. Der Deal sei heiß, aber noch nicht durch, warnte zugleich das Londoner Wirtschaftsblatt.

Aktueller Verhandlungsgegenstand wäre das Musikunternehmen Beats Electronics, welches als US-amerikanischer Hersteller von Audiogeräten auch einen separaten Musikstreaming-Dienst namens „Beats Music" anbiete.
Gegen eine monatliche Gebühr könnten so Musikfans auf einen Millionen-Pool von Musiktiteln zurückgreifen und die Musik direkt und kostenlos als Monatsabonnement auf ihr Smartphone "streamen". Vor allem der Einstieg in den Streamingdienst wäre für Apple lohnenswert, aktuelle Anbieter wie Spotify belegen mit starken Umsatzzahlen aus Vorjahren das wachsende Marktpotential der Branche.
Höchst interessant, zumal Apple als langjähriger Marktführer im Musikeinzelhandelssystem, das seit Jahren (marginale) Umsatzeinbußen beim Herunterladen ihres Musikdownloadsystems verspürt, mit dem Einstieg in den Streamingdienst ein gut gestreutes Angebot abdecken dürfte. Neben dem klassischen Herunterladen der Musik, wäre somit die "Alternative Streaming" eine sehr attraktive Möglichkeit auch jüngeres Publikum anzuziehen.
Apple würde derzeit über einen Kaufpreis von 3,2 Milliarden Dollar (~2,3 Milliarden Euro) verhandeln, gigantische Zahlen, welche für den kalifornischen Konzern die größte Investition in seiner Geschichte darstellen würde.

Das Phänomen "Beats by Dr. Dre"

Berühmt und bekannt geworden wurde das Unternehmen Beats Electronics größtenteils durch seine Kopfhörer, welche als Eigenmarke Beats by Dr. Dre von bekannten Persönlichkeiten aus aller Welt getragen werden. Beachtlicher als die Kopfhörer selbst, ist jedoch ihre Marketingstrategie an sich, welche mithilfe einer immensen Medienmaschinerie und des Kults um Produzent Jimmy Iovine und Rapper Dr. Dre ins Rollen gebracht wurde, und die Marke Beats by Dr. Dre zu solch einer Kultmarke emporheben konnte.
Trotz der bunten Farben mit dem nicht fehlen dürfenden roten B, konnten Beats Kopfhörer klanglich aber nie derart überzeugen, dass sie wirklich ernst zunehmende Gegner für Klangexperten wie Sennheiser, Audio-Technica, oder Beyerdynamic werden konnten.
In Testberichten kommen sie größtenteils nur eher schlecht weg, Audiophile oder gar Menschen, die nur etwas Wert auf hohe musikalische Güte legen, greifen dann doch eher zu anderen Alternativen.

Apple kauft "Trust"

Vielmehr möchte Apple sein Image verbessern. Wäre Apple nämlich an einem "wirklichen" Kopfhörerproduzenten interessiert, gäbe es potentiell interessantere und vor allem biligere Kaufoptionen. Wie wäre es beispielsweise mit Sennheiser oder AKG?
- Eher uninteressant, denn Apple kauft mehr als das: Nämlich Branding. Und dabei verbindet Apple und Dr. Dre einiges. Ihre Firmenphilosophie, ihre Marketingmaßnahmen und Medienpräsenz,... selbst ihr Unternehmenskorpus ist ähnlich gestrickt,... die ideale Symbiose, mit der die Erhöhung und Aufpolierung ihres Markenimages zweifelsfrei zu erwarten ist.
Für Apple machen sich dadurch Marktchancen auf. Aktuell rücklaufende Zahlen bei iPods & Co. zeigen nur überdeutlich, dass eine Revitalisierung ihrer Unternehmensdefinition notwendig ist, das Branding der Marke Beats by Dr. Dre bietet dahingehend eine schier ungeheure Möglichkeit an, ihren Apple Produkten neue Verkaufsimpulse zu geben und mit dem Hype um Beat-Produkte auch ihre Produkte besser vermarkten zu können. Gerade deswegen geht es bei dem Kauf um Beats Electronics nicht nur um Millionen, sondern um einen ansehnlichen Milliardenbetrag.

Wird der Deal vollzogen, kann nicht nur von der größten Firmenübernahme Apples die Rede sein, sondern auch Firmengründer und Gangster Rapper Dr. Dre kann sich glücklich schätzend als junger Milliardär entspannt zurücklehnen.
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