Brainwavz S5 im Test (2/2)

Für 80 Euro bildet der Brainwavz S5 einen dynamischen Hörer mit starker Bassbegleitung ab. Klangstark eignet er sich vor allem für schnelle, moderne Liedtitel.

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Brainwavz S5 In-Ear Kopfhörer
Der Brainwavz S5 ist ein bassstarker In-Ear mit neutralen Mitten. Demzufolge dynamisch kann er auch klingen ohne gleichzeitig zu stark betont in den Mitten aufzutreten.

Im Lieferumfang findet sich eine stattliche Anzahl an Ohradaptern vor. Sieben Stück in den unterschiedlichsten Größen. Je ein bi-flange und tri-flange Ohraufsatz, sowie ein zusätzlicher Schaumstoff-Aufsatz bilden die Möglichkeiten ab, wie man seinen In-Ear ausstatten und tragen kann. Liegt der Ohradapter enger im Gehörgang an, wird der Bass auch druckvoller, der Tragekomfort unter Umständen nochmals verbessert.
Damit man den individuell perfekten Ohradapter auch findet, sollte deshalb bei der Ohradapter-Wahl mit Bedacht vorgegangen werden.
Zusätzlich liegt eine gut verarbeitete, robuste Kopfhörertasche bei, die Eindrücken verhindert, sowie ein zusätzlicher Adapter, der den In-Ear auch an der heimischen Studioanlage verbinden lässt.

Ausstattung Brainwavz S5 In-Ear Kopfhörer

Sound & Akustik

Der Brainwavz S5 ist ein Kopfhörer, dessen Hauptaugenmerk zweifelsfrei beim Bass liegt, trotz dessen aber sehr detailliert bleibt. Er schafft es einen sehr druckvollen, präsenten Bass aufzubauen, der nicht verwischt, sondern sehr präzise und ohne Zaudern das Klangbild mächtig unterlegt. Stark, aber nicht übertrieben, kommt er für diejenigen infrage, die viel Power im Klangbild erwarten, satten Klang bevorzugen und einem neutralen Klangbild weitestgehend abschwören. In jedem Songtrack hinterlässt der S5 demzufolge seinen charakteristischen Zug, eine erhöhte Bassbetonung, welche das Klangbild sehr druckvoll wirken lässt.

Gleichwohl wäre das noch nichts Einzigartiges, denn es gibt viele In-Ears welche Bass liefern, doch viele sind zu ungenau, und das ist das Entscheidende. Der Brainwavz S5 beherrscht dies, verfügt über eine hohe Impulstreue. Im Vergleich zum Beyerdynamic DTX 101 IE liefert er die genaueren Bässe mit neutraleren, nicht derart stark ausgewachsenen Mitten.

In dieser Frequenzlage ist sie zwar dar - die etwas überbetonte Spielweise - sie sorgt aber auch für entsprechende Dynamik. New Music & House klingen am S5 dank seiner starken Bassbetonung gut. Wahres Clubfeeling kommt das erste Mal mit "Delirious" von Chris Lake, Steve Aoki und Tujamo auf. "Hotel" von Chris Brown klingt wie für den Kopfhörer geschaffen. Etwas wärmere Mitten mit einem kräftig unterlegten Bass durchziehen das Klangbild auf sehr einzigartige Weise. Der Brainwavz S5 hegt bei allen Songtiteln den Kompromiss, den Mittenbereich nicht zu stark anwachsen zu lassen, gleichwohl aber nicht vollständig natürlich zu klingen. Daher bewegt sich der Brainwavz S5 in einem warm spielenden, "natürlichen" Korridor, der Songtexte mit viel Mittenanteil hervorragend an eben jenem erklingen lassen kann. Vor allem dessen spezieller Mittenbereich ist von einer sehr hohen Detailliertheit durchzogen.

Brainwavz S5 In-Ear Kopfhörer

Einzigster Schwachpunkt ist sein Hochtonbereich, der einen Tick zu stark angehoben wiedergegeben wird. Die Höhen zeigen sich sehr vorwärtsgewandt, die den Eindruck von ausgefeilter Brillanz wiederspiegeln möchten, bisweilen in bestimmten Musikstücken aber doch sehr aufdringlich werden können. Dies hemmt längere Musiksessions.

Weiß man aber den Brainwavz richtig einzusetzen erhält man einen sehr guten In-Ear Kopfhörer, welcher mehr auf eine schnelle Spielweise ausgelegt worden ist, als dass er möglichst akkurat Klangstücke wiedergeben sollte. Während dort der RHA MA-750 ein wirkliches Spannungsbild bei "Sights" von London Grammer aufbauen kann, der Kopfhörer in sich ruht und mit Bedacht (auch wesentlich neutraler) spielt, bleibt dem aufmerksamen Hörer der diesbezügliche Moment am Brainwavz S5 fast vollständig verwehrt. Beim Brainwavz S5 könnte die Rede auch von einem etwas V-förmig spielenden In-Ear Kopfhörer sein, denn seine starke Bass- und Höhenbetonung ist augenscheinlich. Auszahlen tut er sich dort, wo Bass gefragt ist, am besten überwiegend mit im Klangbild vorherrschenden Mitten.
Dort gibt er sich selbstbewusst, straffe, knackige Bässe, welche sehr punchig kommen, sind der Höhepunkt bei "Around the World" von Rene Rodrigezz & MC Yankoo. Ist dies gegeben, kann er sich beim richtigen Musikgenre entfalten und dort seine Schwächen in Relation zu seinen Stärken mehr als ausgleichen, liefert er doch einen bassgeladenen, sehr dynamischen In-Ear der House & New Musik mit seiner eigenen Note prägt und dort beispielsweise "Post To Be" feat. Chris Brown & Jhene Aiko sehr lebhaft wiedergeben kann, weitaus besser als natürlich spielende Kopfhörer.

Dabei kann der Bass selbst komplexe, sehr schnelle Übergänge meisterhaft handhaben. Die räumliche Bühne am Brainwavz S5 ist sehr gut, vergleichbar mit der des RHA MA750, - für den Preis ausgesprochen fair.

Brainwavz S5 In-Ear Kopfhörer

Fazit

Der Brainwavz S5 ist ein dynamischer Kopfhörer, welcher für 80 Euro ein teures Anschaffungsobjekt ist. Legt man Wert auf eine starke Bassbetonung, kommt man nicht umhin den Brainwavz S5 in die nähere Betrachtung miteinzuschließen. Bassstark ist er auf jeden Fall, zudem aber auch sehr präzise, wirkt doch nicht zu stark betont in den Mitten und kann aktuelle Mode-In-Ear Kopfhörer, welche für ihren Bass bekannt sind, mit Leichtigkeit ausspielen.

Begrenzt ist der Brainwavz S5 auf basslastige, sehr schnelle Musikstücke, wo der Kopfhörer seine Stärken vollständig entfalten kann. Vorsicht walten sollte man indes, falls man mehr auf Vokale und Gesangsstimmen Wert legt, denn dort ist der RHA MA-750 aufgrund seiner neutraleren Spielweise nochmals um einiges differenzierter im Klangbild.

Nicht als Allrounder sondern mehr als Genre-Kopfhörer verstanden eignet sich der Brainwavz S5 aufgrund seiner satten Bässe mehr für Bassliebhaber und Musikrichtungen, die sich auf New Music, House und Techno erstrecken.

► Den Brainwavz S5 gibt es auf MP4nation.net: Brainwavz S5 mit kostenlosem FEDEX-Versand

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