RHA MA-350 im Test - Fazit (2/2)

Hervorragende Verarbeitungsqualität mit kleineren Schwächen in der Mobilität. Lohnt sich der Kopfhörer? Soundcheck und Schlussfazit zum RHA MA-350.

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Mit dem RHA MA-350 Musik zu hören, macht Spaß. Der MA-350 ist für 35 Euro ein vielversprechender In-Ear, falls man einen dynamischen, sehr kraftgeballten Ohrhörer sucht.



Tragekomfort und Noise-Isolation

Auf der Außenverpackung als guter 'Noise-Isolater' beprangert, erfüllt der RHA MA-350 das, was der Hersteller verspricht. Außengeräusche werden am RHA MA-350 nämlich sehr gut isoliert, so dass sich spürbar eine Barriere zwischen Earpad und Ohr auftut. Bei eingeschalteter Musik werden Töne, die im Raum stehen, zwar immer noch wahrgenommen, aber bedeutend leiser, sodass man die In-Ears auch gut in überfüllten Räumen nutzen kann. Wunder erwarten bezüglich der Noise-Isolation darf man sich aber trotz dessen nicht; es sind eben keine Noise-Canceller, sondern dämmen lediglich physisch, wenngleich hierbei ausgesprochen gut, Umweltgeräusche vor dem Eindringen in den Kopfhörer ab.

Der Tragekomfort am MA-350 ist exzellent und fast nicht mehr zu toppen. Angenehm fest dichten die Kopfhörer erstens gut ab (Grund für den oben besprochenen Noise-Isolation Effekt), zweitens ist der Halt aufgrund seiner trompetenartigen Bauweise phänomenal. Die mitgelieferten drei Paar Earpads aus Silikon sollten demzufolge mehr als ausreichend sein, einen sehr komfortablen Halt am Kopfhörer zu erwirken.

Zusätzlich dazu wird am RHA-MA350 ein rechteckig angewinkelter Klinkenstecker eingesetzt, um das Kabel vor unnötigen Belastungen zu bewahren. Der 3,5-mm Buchsenstecker ist zusätzlich mit Gold überzogen worden.

RHA MA-350
Der abgewinkelte 3,5-mm Buchsenstecker soll das Kabel vor (Zug-)Belastungen schützen.

Soundqualität des RHA-MA350

Die zweite Ähnlichkeit, welche den RHA MA-350 mit dem Soundmagic E10 verbindet, sind die ähnlich gewählten Klangtreiber, welche an beiden In-Ear Kopfhörern zum Einsatz kommen. 10-mm Treiber sind groß, und bereits recht beachtlich für In-Ear Verhältnisse dieser Preiskategorie. Ihr Treibertyp ist dynamisch und legt demzufolge Wert auf warme, klangstarke Töne.

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Dennoch kann nicht darauf geschlossen werden, dass der Soundmagic E10 und RHA MA-350 eine ambivalente Musikwiedergabe genießen. Sie sind verschieden und bezüglich der Zielgruppe bedeutend anders. Während der Soundmagic E10 trotz warmer Züge auf einen natürlicheren Frequenzgang Wert legt, tendiert der RHA MA-350 mehr zu einem bassgeladenen, kraftgeballten In-Ear Kopfhörer.

Bassliebhaber können beim RHA MA-350 demzufolge aufatmen und sich auf eine gehörige Portion Bass einstellen, welche die Musik am Kopfhörer durch sehr tiefgreifende Bassmomente äußerst dynamisch mit einer leichten Überbetonung der Höhen und Tiefen wiedergibt. Er ist nicht als neutral einzustufen, sondern spielt vielmehr ein Klangbild ähnlich wie das aus unserer Erinnerung hervorgerufene Klangbild des ATH-CKX9iS von Audio-Technica. Satter Bass mit einem nahen Hang zur Musik heißt sein Programm und ist ständiger Begleiter des RHA MA-350, wobei nicht die Linearität im Mittelpunkt des Kopfhörers steht, sondern vielmehr der Spass am (Musik-)Stück selbst. Kandidaten wie der Sennheiser CX300-II, oder auch der Soundmagic E10 sind die im Frequenzspektrum ausgeglicheneren Kopfhörer, vor allem erstgenannterer. Die Räumlichkeit am RHA MA-350 ist für den Preis betrachtet enorm. Sehr räumlich wird die Musik am RHA MA-350 wiedergegeben, weit besser als am Soundmagic E10.

Basslastige Kopfhörer tendieren oftmals zu Ungenauigkeiten im Klangbild. Doch der RHA MA-350 bleibt auch hier äußerst gelassen. Höhen und Mitten klingen am Kopfhörer erstaunlich klar, in Relation zu anderen bassstärkeren In-Ear Kopfhörern bei weitem viel präziser, Impulse werden treu wiedergegeben. So gibt er sich beispielsweise genauer als der von uns getestete Beyerdynamic DTX 71, der oftmals etwas unpräzise, ein Stück zu ungenau auftritt, deckt aber gleichzeitig nicht die Details auf, welche zum Beispiel der Soundmagic E10 oder House of Marley Redemption Song erwarten ließen. So wären in der Tat oftmals mehr Details wünschenswert, auch im Tiefton, wovon der RHA MA-350 klangcharakteristisch stark geprägt ist.
Den letzten Funken Präzision besitzt der RHA-MA-350 leider nicht. Bassliebhaber könnte er gleichwohl zusagen. Allseits präsente, doch ein wenig unpräzise Bässe geben die Musik mit starken Hieben wieder, verleihen dem RHA MA-350 das nötige Gesicht eines kraftgeballten, warm spielenden In-Ear Kopfhörers unter dem Potential eines durchschnittlichen, doch recht günstigen In-Ear Kopfhörers, welcher vor allem für die Zielgruppe Elektro, Pop & Rock infrage kommt.

RHA MA-350

Fazit - "Durchschnitts-Kopfhörer"

Als einer der günstigsten In-Ear Kopfhörer in unserem großen unter 50 Euro Test schnitt der RHA MA-350 zufriedenstellend gut ab. Negativpunkte, wie die zuvor angesprochene eher dürftige Mobilität behindern den RHA zwar, Verarbeitungsqualität, Lieferumfang als auch das bei weitem Wichtigste, die Soundqualität, können sich aber sehen lassen und machen den RHA MA-350 für lediglich 35 Euro zu einem soliden Kauf. Sucht man einen In-Ear Kopfhörer mit starker Bassunterlegung und gutem Raumvermögen zu derart günstigem Preis kann sich das Angebot des RHA MA-350 als sehr günstiger In-Ear Kopfhörer sehen lassen.
Nichtsdestotrotz stehen dem RHA-MA 350 die zuvor besprochenen Kabelgeräusche sehr im Wege. Sucht man speziell für unterwegs (nicht nur für Bus und Bahn, und für zuhause) einen guten preiswerten In-Ear, könnte in dieser Hinsicht der Beyerdynamic DTX 71 IE als guter bassstarker, warmer Ohrhörer als Lösung dieses Problems weiterempfohlen werden.


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